BB00.40-P-0381-00A Konservierungsvorschriften Maßnahmen bei Stillegung und Wiederinbetriebnahme von Fahrzeugen und Motoren Blatt 381.0

Inhaltsübersicht:

1 Konservierung Fahrzeug

2 Konservierung Motor

2.1 Stilllegung bis 12 Monate

2.2 Stilllegung über 12 bis 36 Monate

2.3 Stilllegung über 36 Monate

2.4 Bei jeder Stillegung

3 Entkonservierung Motor

4 Entkonservierung Fahrzeug
 















 

1 Konservierung Fahrzeug

1 Fahrzeug, Unterboden, Motor und Motorenraum gründlich reinigen.

2 Der Motorenraum ist nach der Motorwäsche zu konservieren.
Siehe Betriebsstoff Vorschriften Blatt 385.4.

3 Lackschäden beseitigen und die Lackierung mit MB-Polish und MB-Glanzkonservierer behandeln.

4 Lackierungen mit Vermattungen, Verfäbungen, Flecken etc. behandeln.
Je nach Intensität entweder mit MB-Lackreiniger, MB-Feinpolierpaste oder MB-Polish und MB-Glanzkonservierer behandeln. Für Chrom- und Eloxalteile sind MB-Chrompflegemittel (evtl. auch MB-Polish oder MB-Glanzkonservierer) vorzusehen. Bestellnummer für Mikrofilm Z12501..07/Z12502..07.
 

5. Scheibe, Verdeck abdecken.

6 Lackierung und Chromteile mit Außenhautwachs behandeln.
Die Außenhautkonservierung muss bei Uni-Lackierungen nach 6 Monaten und bei Metallic-Lackierungen nach
11 Monaten wieder entfernt werden, da sonst Lackvermattungen auftreten können. Bei mittleren Tagestemperaturen von über 30 °C muss die Konservierung früher entfernt werden: bei Uni-Lack nach 2...3 Monaten und bei Metallic-Lack nach 8...9 Monaten. Die angegebenen Zeiten beziehen sich auf eine Abstellung der Fahrzeuge im Freien ohne Überdachung.
Freigegebene Wachskonservierungsmittel siehe Betriebsstoff Vorschriften Blatt 385.2/.3/.5.

7 Unterboden mit Unterbodenschutzmittel einsprühen.
Siehe Betriebsstoff Vorschriften Blatt 385.1.

8 Betriebsbremse vor dem Abstellen des Fahrzeugs warmbremsen, damit Feuchtigkeit von Bremsscheiben und Bremsklötzen verdampft.

9 Fahrzeug möglichst in einem überdachten Raum unterstellen.

10 Fahrzeug durch Unterlegkeile sichern. Feststellbremse bzw. Federspeicher lösen, um ein Festrosten der Bremsbeläge zu vermeiden.

11 Kondenswasser an der Druckluftanlage ablassen.
Bei Fahrzeugen ohne Drucklufttrockner.

12 Alle Schmierstellen mit dem vorgeschriebenen Schmierstoff versorgen.
Siehe Wartungsblatt.

  13 Zwischenschmierung am Steuergerät auslösen.
Bei NFZ mit Zentralschmieranlage. Siehe WIS, FG 57.

14 Fettbehälter bis zum Überlauf füllen und zum Schutz vor Sonneneinstrahlung abdecken.
Bei NFZ mit Zentralschmieranlage.

15 Reifendruck erhöhen (ca. 2 bar über Normaldruck), um Abplattungen an den Reifen zu vermeiden, oder Fahrzeug aufbocken, um die Reifen zu entlasten.
Auf Maximaldruck Angabe in der Bedienungsanweisung des Reifenherstellers achten.

16 Reifen gegen Sonnenbestrahlung abdecken.

17 Minuspol der Batterie abklemmen, um eine Entladung durch Ruhestromverbraucher zu vermeiden.

18 Batterie vollladen und alle 3 Monate nachladen oder mit 0,06 A dauerladen.

Halter für Kupplungsausrückung

A 80 mm
B 57,2 mm
C 35 mm
D 12,7 mm
E 10 mm
F 9 mm
G 9 mm
H M 8
I 10 mm
J 30 mm
K 60 ± 0,2 mm
L 9 mm
M 20 mm

Dazu wird eine Druckschraube M 8 x 65 benötigt.
 
    P58.50-2021-10

19 Kupplung ausrücken, damit der Kupplungsbelag nicht festklebt.
Bei mechanischer Kupplungsbetätigung ist eine Leiste zwischen Sitzkasten und Kupplungspedal zu klemmen. Bei hydraulischer Kupplungsbetätigung nicht Pedal, sondern Ausrückhebel am Kupplungsgehäuse bzw. am Lagerbock des Nehmerzylinders festlegen. Ist das Festlegen des Ausrückhebels von außen nicht möglich, dann ist für PKW die auf dem Bild gezeigte Vorrichtung anzufertigen. Nehmerzylinder ausbauen und dafür die Vorrichtung einbauen.
Nicht bei Fahrzeugen mit Zentralausrücker.
  20 Kühlmittel auf Frostschutz prüfen, richtig stellen.

21 Scheiben- und Scheinwerferwaschanlage auf Frostschutz prüfen, richtig stellen.

22 Notlaufgummipuffer einbauen.
Bei Fahrzeugen mit hydropneumatischer Federung.

23 Wasserbehälter, Pumpen und Schläuche zum Schutz vor Einfrieren entleeren.
Bei Fahrzeugen mit Küchen- und Toilettenanlage.

2 Konservierung Motor

Unter stillgelegte Motoren zählen solche, die länger als einen Monat nicht betrieben werden.

Hierbei handelt es sich um sämtliche ein- und ausgebauten Fahrzeug-, Industrie- und Einbaumotoren sowie um Neumotoren, ET- und CBU-Motoren.
(ET = Austausch- oder Ersatz-Motoren, CBU = Komplettfahrzeug vom Werk)

Motoren sollten bei einer Stillegung in trockenen, gut durchgelüfteten Räumen abgestellt werden. Ist dies nicht möglich, so handelt es sich um erschwerte Bedingungen, und die angegebenen Maßnahmen müssen bereits nach der halben Zeit durchgeführt werden, d. h. z. B. nach 6 anstatt 12 Monaten.
 

Ausgebaute Motoren müssen in jedem Fall durch besondere Maßnahmen vor direkter Feuchtigkeit (Regen- oder Spritzwasser) geschützt werden.

Bei eingebauten Motoren ist es zweckmäßig, wenn die Konservierungsarbeiten am Abstellplatz durchgeführt werden, da der Motor anschließend nicht mehr gestartet werden darf.







2.1 Stillegung bis 12 Monate

24 Motor reinigen.
Bei ausgebauten und Industriemotoren.

25.1 Motorölstand prüfen, ggf. richtig stellen.
Nur wenn sich Erstbetriebsöl nach Betriebsstoff- Vorschriften Blatt 223.1 im Motor befindet.

25.2 Motor - Öl- und Filterwechsel.
Nur wenn sich Weiterlauföl im Motor befindet. Neubefüllung mit Erstbetriebsöl nach Betriebsstoff-Vorschriften Blatt 223.1.

26 Kühlmittelstand prüfen, ggf. richtig stellen.
Befüllung mit Kühlmittel nach Betriebsstoff-Vorschriften Blatt 310. Bei ausgebauten Motoren ist das Kühlmittel vollständig abzulassen.
  27 Katalysator ausbauen und durch ein Katalysator-Ersatzrohr austtauschen.
Motor mit Katalysator.

28 Kraftstoffanlage Konservieren.
Dem Dieselkraftstoff sind ca. 10 % und dem Benzin
ca. 5 % Erstbetriebsöl beizumengen. Nach Betriebsstoff-Vorschriften Blatt 223.1.

29 Motor mit mittlerer Drehzahl warmfahren und ca. 5 bis
10 min bei Betriebstemperatur laufen lassen.

30 Motor abstellen.

31 Ölbad-Luftfilter auf maximalen Stand auffüllen.
Nur bei Motoren mit Ölbad-Luftfilter.


32 Verbrennungsräume und Luftkompressoren nach 2.2 konservieren.
Bei Seetransport oder Konservierung in tropischen Ländern.

33 Roststellen am Motor beseitigen.

34 Alle bearbeiteten außen liegenden und nicht konservierten Flächen einfetten.
Wie z. B. Schwungrad, Riemenscheiben, Keilnut.











  2.2 Stillegung über 12 bis 36 Monate

Es sind alle Maßnahmen, die unter den Abschnitten 2. und 2.1 aufgeführt sind, durchzuführen.

Konservierung der Verbrennungsräume bei Dieselmotoren

35.1 Glühkerzen ausbauen.
Bei Vorkammermotoren.

35.2 Injektoren ausbauen.
Bei Direkteinspritzmotoren.

36 In jeden Zylinder folgende Menge Erstbetriebsmotorenöl einfüllen und den Anlasser ca. 5 s betätigen.
PKW-Motoren BR 600 = 5...8 cm3
NFZ-Motoren BR 600 = 8...10 cm3
BR 300 = 8...10 cm3
BR 400 und alle anderen Dieselmotoren = 15...20 cm3

37 Glühkerzen bzw. Injektoren einbauen.

Konservierung der Verbrennungsräume bei Ottomotoren

38.1 Kraftstoffleitung zwischen Kraftstoffbehälter und Kraftstoffpumpe trennen.
Bei Vergasermotoren.

38.2 Relais für die Kraftstoffpumpe abziehen.
Motoren KA-, KE- und LH-Einspritzanlage.

38.3 Hauptrelais für die Stromversorgung des Steuergerätes abziehen.
Motoren mit elektronischer Einspritzung.

39 Motor starten und Vergaser leerfahren.
Bei Vergasermotoren.

40.1 Ein Kabel an den Schraubanschlüssen der Zündspule abnehmen.
Motor mit Spulenzündung.
  40.2 Elektrische Steckverbindung des Zündschaltgerätes trennen.
Motor mit Transistorzündung.

40.3 Elektrische Steckverbindung der Zündspulen trennen.
Motor mit elektronischer Zündanlage.

41 Luftfilter abnehmen.
Bei Vergasermotoren.

42 Vergaser mit Erstbetriebsmotoröl füllen.
Außer Strombergvergaser.

43 Bei Vollgas Anlasser ca. 5 s betätigen.
Bei Strombergvergaser entsprechende Menge Erstbetriebsmotoröl mit der Ölkanne in den Vergaser einspritzen.

44 Zündkerzen herausschrauben.
Alle außer Vergasermotoren.

45 In jeden Zylinder 5...8 cm3 Erstbetriebsmotoröl einfüllen und den Anlasser ca. 5 s betätigen.
Alle außer Vergasermotoren.

46 Luftfilter reinigen und einbauen.

47 Kraftstoffleitung anschließen.

48 Zündkerzen einschrauben.

49 Kabel an der Zündspule bzw. elektrische Steckverbindung des Zündschaltgerätes/Zündspule anschließen.

50 Relais für Kraftstoffpumpe bzw. Hauptrelais für die Stromversorgung des Steuergerätes einstecken.

Konservierung der Luftkompressoren

51 Erstbetriebsmotoröl maximal 5 cm3/Zylinder über die Luftansaugseite einsprühen oder einfüllen.
  52 Luftkompressor ca. 10 Umdrehungen durchdrehen.
Motor nicht starten.

2.3 Stillegung über 36 Monate

Alle Maßnahmen unter Punkt 2., 2.1 und 2.2 müssen nach
3 Jahren bzw. 18 Monaten wiederholt werden.

2.4 Bei jeder Stillegung

53 Sämtliche Motoröffnungen luftdicht verschließen.

54 Keilriemen und Keilrippenriemen entspannen.
Keilriemen und Keilrippenriemen können jedoch aufgelegt bleiben. Der Motor darf anschließend nicht mehr gestartet werden.




3 Entkonservierung Motor

55 Alle angebrachten Verschlüsse entfernen.

56 Konservierungsmittel entfernen.

57 Keilriemen bzw. Keilrippenriemen nach Vorschrift spannen.

58 Ausgebaute Motoren einbauen und anschließen.

59 Freigegebene Betriebsstoffe einfüllen bzw. auf maximalen Stand auffüllen.

60 Kraftstoffbehälter entleeren oder leerfahren.

61 Motoren, bei denen die Durchsicht bereits stattgefunden hat oder der Prüfstandseinlauf (300 km = 6 h) abgeschlossen ist, müssen mit freigegebenen Weiterlaufölen aufgefüllt werden.
Motoren ohne Prüfstandseinlauf oder Durchsicht müssen mit freigegebenem Erstbetriebsöl aufgefüllt werden.

  62 Motor auf Betriebstemperatur bringen, dabei Drücke und Temperaturen überwachen.

63 Katalysator-Ersatzrohr durch Katalysator austauschen.

4 Entkonservierung Fahrzeug

64 Festlegung der Kupplungsausrückung entfernen bzw. Kupplung betriebsbereit machen.

65 Reifenluftdruck richtig stellen.

66 Fahrzeug abbocken und mit Unterlegkeilen gegen Wegrollen sichern.

67 Ladezustand der Batterie prüfen, ggf. Batterie nachladen. Batterie einbauen bzw. wieder anschließen.

68 Elektrische Anlage auf Funktion prüfen.

69 Kühlmittelstand prüfen. Wenn nachgefüllt werden muss, dann Zusatzheizung entlüften und Gefrierschutz prüfen.

70 Notlaufgummipuffer bei hydropneumatischer Federung ausbauen.

71 Ölstand in Lenkung, Motor, Getriebe und Antriebsachsen prüfen.

72 Bei Fahrzeugen, die länger als 12 Monate abgestellt waren, Bremsflüssigkeit erneuern.

73 Schläuche und Leitungen auf Risse prüfen.

74 Klimaanlage/Klimatisierungsautomatik auf Funktion prüfen.

75 Kältemittelstand prüfen. Dazu Motor vorher ca. 4 min mit eingeschalteter Klimaanlage laufen lassen.
  76 Ist die Lackierung mit Außenhautwachs überzogen, das Wachs mittels Warmwasser-Hochdruckreiniger (mind. 85 °C, 20...25 cm Abstand) und einem Zusatz biologisch abbaubarer Reinigungsmittel entfernen. Geignet sind z. B. Waschmittelshampoos auf Basis Alkylsulfonat oder Alkylarylsulfonat für Warmwasserhochdruckwäsche
(pH 6...8, Dosiermenge: 2...3 %). Die Tensid-Wasseremulsion darf nicht über Ölabscheider, sondern sie muss über eine entsprechende Abwasservorbehandlung (z. B. Ultrafiltration) entsorgt werden.






77 Bei Entkonservierung von Hand zuerst die gewachsten Oberflächen mit Reinigungsmittel einsprühen (Dosierung: 5...10 %). Nach 5...10 min Einwirkzeit mit einem warmen, harten Wasserstrahl (40...50 °C) die Schmutzschicht auf dem Wachs gut abspritzen. Die Schmutzschicht muss restlos entfernt sein, sonst kann bei der weiteren Behandlung der Lack zerkratzt werden. Die noch wachsbenetzten Oberflächen mit Reinigungsmittel einreiben, wobei lackierte Oberflächen mit einem Lammfellhandschuh oder einem weichen Schwamm einzureiben sind. Mit einem warmen, harten Wasserstrahl (40...50 °C) das gelöste Wachs abspritzen.

78 Nicht konservierte Fahrzeuge unbedingt mit einem Warmwasser-Hochdruckreinigungsgerät vorreinigen. Dadurch werden grobe Schmutzteilchen, die stärkere Kratzer verursachen können, beseitigt.
  79 Bleiben nach gründlicher Wäsche auf der Lackierung oder den Zierteilen raue Beläge, Tropfen o. Ä. zurück, zuerst versuchen, diese mit MB-Lackreiniger nach Vorschrift zu entfernen. Hartnäckige Verschmutzungen durch vorsichtiges Abwaschen mit Waschbenzin, Silikon- oder Teerentferner auflösen (Kontakt mit Gummiteilen vermeiden, keine scharfen Lösungsmittel wie z. B. handelsüblichen Verdünner verwenden). Anschließend Behandlung mit MB-Polish und MB-Glanzkonservierung durchführen.

80 Sofern die Beseitigung von Belägen nicht wie beschrieben möglich ist, die Lackierung mit Polierpaste und Schwabbel bearbeiten.

81 Bei einer Probefahrt Funktion der Bremsanlage und des Lenksystems prüfen.